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Neues zur Einkommensrunde

Aktuelles zur zweiten Verhandlungsrunde, plus Infos zu den letzten Aktionen

„Wir müssten unsere Forderung eigentlich erhöhen“

Was auf den ersten Blick für manchen unverschämt klingen mag, offenbart sich nach genauerer Betrachtung als erschreckende Wahrheit und Notwendigkeit: 

„Damit die Reallöhne überhaupt steigen, müssten wir unsere Forderung eigentlich noch einmal erhöhen.“ Grund ist das drastische Anziehen der Inflation. „Als wir unsere Forderung erhoben haben, lag die Inflation noch unter drei Prozent.“ Im Oktober stiegen die Verbraucherpreise dagegen schon um 4,5 Prozent.

Dass diese Angabe stimmt, lässt sich auch hier gegenlesen:  https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1045/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahresmonat/

 

Betrachtet man die Statistik, so bemerkt man auch schnell dass die Kurve noch nicht abgeflacht ist und mit weiterer Geldentwertung zu rechnen sein dürfte. Was die Lebenshaltungskosten allgemein im Moment betrifft, so ist es kein Geheimnis dass diese davon zu galoppieren scheinen – dies wird jedem alleine beim Blick auf die explodierenden Treibstoffkosten bewusst. 

 

Um so unverständlicher wird die andauernde Verweigerungshaltung der TdL, welche auch weiterhin an ihrer abstrusen Forderung der Neubewertung des Arbeitsvorgangs festhält und somit allen Kolleg*innen direkt an das Portemonnaie möchte. Hier will die TdL mit aller Macht und erschreckender Beharrlichkeit die Entgeltordnung aushebeln und Tür und Tor für einen neuen Niedriglohnsektor im öffentlichen Dienst schaffen. 

So sieht in unseren Augen keine Dankbarkeit aus!

Um auf diese Haltung der TdL aufmerksam zu machen, setzt der vdla in Verbindung mit dem DBB seit Wochen fast täglich Aktionen um, welche die Forderungen für alle Mitarbeiter*innen transparent darstellen sollen. 

So zuletzt auch ein Prozentlauf in Düsseldorf, mit welchem ein Signal gegen die Blockadehaltung gesetzt werden soll.

Prozentlauf Düsseldorf / Fotograf Peter Weihs

Doch trotz aller Versuche und Bemühungen zur Findung einer konstruktiven Lösung, verweigert die TdL weiterhin jeden Fortschritt in der aktuellen Verhandlungsrunde und lässt auch die jetzigen zwei Verhandlungstage chancenlos verstreichen. 

„Das waren zwei verlorene Tage und wenn die Finanzminister der Länder so weiter machen, fahren sie die Verhandlungen komplett vor die Wand.“

Ulrich Silberbach / Fotograf: Friedhelm Windmüller

Von diesen enttäuschten Worten Ulrich Silberbachs begleitet, mussten heute die Verhandlungen daher gegen Mittag ergebnislos abgebrochen werden.

 

Augenscheinlich möchte die TdL hier wieder einmal die Stärke der Gewerkschaften auf die Probe stellen, wenn es darum geht die Verhandlungsblockade aufzulösen. Es scheint fast, als würde die TdL einen Streik provozieren wollen, in der Hoffnung, dass durch Corona, Witterung und einer medial kaum beachteten Verhandlungsrunde die Ergebnisse möglichst gering ausfallen.  

Himmet Ertürk und Marcus Najemnik / Fotograf Friedhelm Windmüller

Im Hinblick auf eine personell katastrophale Situation im Bereich der Pflege (die gerade durch Corona erheblich leiden musste), wie auch die schon seit Jahren abgehangenen Löhne aller anderen Beschäftigten, lässt diese Haltung der TdL leider auch keine andere Lösung zu, als einen möglichen Warnstreik.

 

Seit Jahren geht man uns an die Sonderzahlung, an die Altersversorgung wie auch an die Eingruppierungen und jetzt, wo der öffentliche Dienst den Staat in einer seiner schwersten Krisen gestützt und getragen hat, will man uns – statt Dank und Anerkennung zu geben – an den Arbeitsvorgang und die Brieftasche!  

 

Liebe Kolleg*innen, ein Streik scheint unausweichlich.

 

Ein offizieller Aufruf erfolgt in den nächsten Tagen!

Picture of Sascha Faber

Sascha Faber

1985 geboren in Eschweiler. 2005 Zivildienst, 2007-2009 Ausbildung zum Rettungsassistenten. Seit 2009 Mitarbeiter der Uniklinik Aachen und seit 2012 in verschiedenen Funktionen (Ersatzmitglied, ordentliches Mitglied, freigestelltes Mitglied) im Personalrat der nichtwissenschaftlich Beschäftigten.
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